Zwei Stewardessen sorgten für reichlich Verwirrung.
Theatergruppe des Männergesangverein Niederneisen glänzte in der ausverkauften Turnhalle - Udo Sieger feierte Premiere

NIEDERNEISEN. Zum vierten Mal wirbelten die Schauspieler der Theatergruppe des MGV Niederneisen wieder über die Bühne. Sehnsüchtig erwartet hatten die Besucher den neuesten Streich der im Jahre 2000 wieder gegründeten Gruppe und so konnte der Vorsitzende des MGV, Frank Becker, zahlreiche Zuschauer in der ausverkauften Turnhalle begrüßen.
Seit Oktober hatten sich die Schauspieler unter der Leitung der Regisseure Bernd Fuhr und Udo Bieger ins Zeug gelegt, um eine temperamentvolle und gelungene Darbietung des Lustspieles "Quartett im Doppelbett" von Wilfried Reinehr einzustudieren.
Als leidgeprüfter, polygamer Schriftsteller Max Hansen brillierte. Armin Bendel, der sich zwei Stewardessen als Geliebte hielt und gleichzeitig eine dritte Freundin zur Beseitigung seiner Geldprobleme benötigte. Beim Versuch, die drei Damen voneinander fern zu halten, geriet er ganz schön ins Schwitzen und überzeugte vor allem durch seine ausdrucksstarke Mimik, die den Besuchern bei jeder neuen Komplikation die Tränen in die Augen trieb.
Als Hansens bester Freund, Werner Baldauf, fungierte Udo Bieger, der wie gewohnt alle Register seines schauspielerischen Könnens zog. Mit klarem Kopf versuchte er sämtliche Frauenprobleme seines Freundes zu lösen und schwindelte dabei zur Freude der Zuschauer was das Zeug hielt. Werner Baldauf eigene Probleme der weiblichen Art wurden verkörpert von Cordula Begere, die als Dauerverlobte Karola Bittner ihren Werner im Verlaufe des Stückes nicht nur einmal aus dem Haus warf, viel Temperament gezeigt
Im Schlagabtausch mit Udo Bieger zeigte Cordula Begere mehrmals ihr Temperament.
Mit einem Staubwedel bewaffnet wirbelte Silvia Rauner unter tosendem Applaus als Putzfrau Berta Brösel über die Bühne. Sie hatte dabei neben dem Haushalt auch den Hausmeister Jürgen Lieber, alias Gustav Miesmann, fest im Griff. Dieser wurde durch den Verzehr von Pfefferminzlikör zum wilden Tiger und begeisterte das Publikum. Carmen Dreiling Wolf zeigte als Max Hansens Geliebte Biggi ihr verführerisches Können und machte sowohl im Bademantel als auch in ihrer Stewardessen Uniform eine gute Figur. Auch Alexandra Holter schlüpfte in ihrer Rolle der Stewardess Steffi mehrmals in das Flugbegleiterinnen Kostüm.
Frei nach dem Motto "Aller guten Dinge sind drei" erschien Barbara Stock als reiche Freundin Luise von Alben auf der Bildfläche. Als vermeintliche Sozialarbeiterin trug sie zur allgemeinen Verwirrung bei. Gar nicht begeistert vom unmoralischen Lebenswandel seines Bruders war Jörg Dittkrist, alias Hans Hansen. Als strenger Moral Apostel wollte er seinen Bruder auf den rechten Weg führen und erlag dabei selbst den Verführungskünsten von Alexandra Holter und Carmen Dreiling Wolf, was die Zuschauer offensichtlich nachvollziehen konnten. Als Mutter der beiden gegensätzlichen Brüder trat Karin Philipp auf und trug tatkräftig dazu bei, dass am Ende doch jeder mit nur einem Partner in die Schlussszene gehen konnte.
Mit viel Beifall belohnt
Minutenlanger Beifall belohnte die Schauspieler für ihre gelungene Darstellung des rasanten Verwirrspiels in drei Akten. Frank Becker stellte alle Darsteller vor und bedankte sich bei den Mitwirkenden. Bei fast keiner Probe gefehlt hatte Souffleuse Elke Michels, die den Schauspielern an diesem Abend stets zur Seite stand. In der Maske sorgte wie gewohnt Annemarie Michel für einen glamourösen Auftritt der Akteure. Für das tolle Bühnenbild verantwortlich waren Klaus Schön, Günter Neumann, Uwe Stotz, Werner Vogt, Karl-Heinz Schedler und Ernst Gronau. Die Blumendekorationen hatte Wilma Schneider gestiftet.
Zum ersten Mal dabei war in diesem Jahr Udo Bieger, der den Theaterfreunden an der Aar nach 20 Jahren als Laienschauspieler in Flacht bestens bekannt ist. Der engagierte Komödiant trug nicht als Schauspieler, sondern auch als zweiter Regisseur seinen Teil dazu bei, dass der Abend zu einem schönen Erlebnis wurde. (ses)